Highlight

Vom „virtuellen Spaß“ zum realen Horror


Eine Fotomontage, ein gefälschter Forumsbeitrag oder ein manipuliertes Netzwerk-Profil: Was meistens als „virtueller Spaß“ entsteht, endet für die Betroffenen im ganz realen Horror. Wenn pornografische Darstellungen mit dem eigenen Gesicht, falsche Aussagen mit dem eigenen Namen oder peinlichen Party-Fotos erstmal im Umlauf sind, gibt es kein zurück.

Denn: Das Netz vergisst nicht. Und das Umfeld meistens auch nicht.

„Cybermobbing“ heißen solch verunglimpfenden Anfeindungen oder Bloßstellungen. Wie beim realen „Mobbing“ kann es sich dabei durchaus um Straftaten handeln. Auch die Folgen für die Betroffenen können weitreichend und schwerwiegend sein.

Zum Opfer werden kann theoretisch jeder – auch Menschen, die sich eigentlich gar nicht besonders häufig im Internet oder in sozialen Netzwerken tummeln. Tatsächlich sind besonders junge Menschen, Teenager und sogar Kinder betroffen. Denn Facebook, Twitter und Co. gehören längst zu ihrem Alltag. Und damit die Regeln und Gepflogenheiten, aber eben auch die Gefahren der virtuellen Gesellschaft.

Alles andere als witzig

Klaus Stindt, Leiter des Kommissariates Prävention/Opferschutz bei der Kreispolizeibehörde Unna, kennt sie genau: „Gefährlich ist, dass vor allem Kinder und Jugendliche kein Unrechtsbewusstsein haben für das, was sie ‚online’ tun. Für viele ist es einfach ein Spaß, bestimmte Dinge über andere zu verbreiten. Ihnen ist oft gar nicht bewusst, was sie damit anrichten.“ Tatsächlich ist das, was diesem „Spaß“ folgt, alles andere als witzig. Denn die Opfer leiden ganz real – psychisch und oft auch körperlich. Viele fühlen sich der scheinbar unbeherrschbaren Macht des anonymen Täters völlig ausgeliefert.

„Wenn sich Kinder zurückziehen, introvertiert und unglücklich wirken und aus irgendwelchen Gründen nicht mehr in die Schule wollen, können das Hinweise auf Cybermobbing sein“, weiß der Experte und rät: „Umso wichtiger also, dass Eltern genau im Blick haben, wo und wie ihre Kinder im Internet aktiv sind.“

Diese Anonymität bestärkt die Täter. Die Aktivität unter frei gewähltem Benutzernamen bietet ein scheinbar sicheres „Versteck“. Das ist jedoch in kürzester Zeit enttarnt, nimmt die Polizei die Ermittlungen auf. „Das passiert, wenn vom Opfer eine Strafanzeige gestellt wird. Der gehen wir selbstverständlich nach“, so Klaus Stindt. „Nachgehen“: Das bedeutet in erster Linie die Beschlagnahmung von Handys und Computern und deren Auswertung. Bestätigt sich der Verdacht, kann es zu strafrechtlichen Konsequenzen kommen.

Partner | Fachstellen
Sicheres Leben im Netz


Passend zum Thema des Kreispräventionstages wird  dringlich auf eine Videoreihe des Landespräventionsrates (LPR) hingewiesen, die unter der Leitung von Landeskriminaldirektor Dieter Schürmann und redaktioneller Führung durch das Landeskriminalamt NRW konzipiert und durch ein professionelles Medienteam realisiert wurde.

Die Reihe besteht aus insgesamt fünf Videos, die einen Lebenssachverhalt des „jugendlichen“ CyberMobbings aus den jeweils unterschiedlichen Sichten des Opfers, des Täters sowie der sozialen Umgebung inhaltlich beleuchten und damit verdeutlichen, dass CyberMobbing (naturgemäß) vom Opfer anders empfunden wird, als vom Täter (der ggf. die Folgen seines Tuns gar nicht erkennt oder richtig abschätzt) und des Umfelds, das sich orientierungslos nicht so recht zu helfen weiß, wie es handeln soll.


Externe Links

Download im Angebot des LPR

CyberMobbing Absturz
 

Perspektive des

TätersCyberMobbing Part One

OpfersCyberMobbing Part Two

UmfeldesCyberMobbing Part Three
 

Einblick in die Produktion

FilmreiheCyberMobbing Making Of

Tagungsort: SportCentrum Kamen-Kaiserau


Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen e.V. ist KooperationsPartner der Fachtagung.

SportCentrum Kamen-Kaiserau
Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen e.V. (FLVW)
Jakob-Koenen-Str. 2, 59174 Kamen


Externer Link

» SportCentrum